Ich gebe mir selbst die Erlaubnis, meiner Freude zu folgen!
- Inés Kallab
- 23. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Was ich heute feiere, ist die große Erlaubnis an mich selbst, zu tanznen .... meiner Freude bedingungslos zu folgen.
Zu tanzen.Wirklich zu tanzen.
Choreografien einzustudieren.Mich hinzugeben. Einfach lebendig zu sein.
Heute habe ich mir ein Dance-Tutorial gekauft und begonnen, zu einem meiner absoluten Lieblingssongs – Time of My Life – diese Choreografie zu lernen.
Ein scheinbar kleiner Schritt – und doch liegt so viel Heilung darin.
So viel Transformation.
Es ist ein Schritt in meine Freiheit.In meinen ureigenen Ausdruck.In meine sinnliche Kraft.
Mein inneres Mädchen bricht endlich aus ihrem inneren Gefängnis aus. So lange war sie überlagert von Scham und Schuld – besonders in Bezug auf ihre Sexualität, ihre Freude an ihrem eigenen Körper, ihre Lebendigkeit. Etwas, das offenbar vor allem meinen Vater tief verstört hat.
Ich erinnere mich: Als junges Mädchen probierte ich einmal das Parfum meiner Mutter aus. Mein Vater schickte mich wutentbrannt unter die Dusche. Danach musste ich mich entschuldigen – wie so oft. Wofür eigentlich? Dafür, dass ich begann, eine Frau zu werden???Und selbst danach sagte er noch:„Du riechst immer noch wie eine Hure.“
Für mich als Mädchen war das zutiefst verunsichernd – in meiner Identität als weibliches Wesen. Ich lernte sehr früh, dass sexy, weiblich und sinnlich zu sein etwas Schmutziges, etwas Verbotenes ist. Dass ich „falsch“ bin, wenn ich diese Seite von mir zeige.
Interessanterweise bin ich als Teenager genau ins Gegenteil gegangen. Aus diesem tiefen Trauma heraus wurde ich zur Rebellin. Ich trug extrem kurze Röcke, hohe Schuhe, schminkte meine Augen verrucht schwarz, rauchte lässig Zigaretten an Bars. Meine Ausstrahlung war die einer femme fatale-erotische Unnahbarkeit – wie ein Schutzschild. Ich war unnahbar, mein Herz tief verschlossen. Dahinter lebte ein zutiefst verletztes, unsicheres Mädchen, das sich für sich selbst schämte.
Ich erhebe meine Stimme!
Neulich hatte ich einen sehr heilsamen Traum.In diesem Traum erhob ich meinem Vater gegenüber meine Stimme. Ich sagte ihm ehrlich, was ich wirklich dachte und fühlte – ich zeigte ihm meine Wahrheit.
In genau diesem Moment konnte ich auch diese tiefe Angst spüren:die Angst, dass es schlimme Konsequenzen hat, wenn ich meine Stimme erhebe.
Die Angst, dass ich alles verliere, dass ich auf der Straße lande.
Ich glaube, viele von uns tragen diese Angst in sich.
Die Angst, dass wir abgelehnt werden, wenn wir uns wirklich zeigen.
Dass wir aus der Sippe ausgestoßen werden – oder Schlimmeres passiert.
Wenn wir zurückblicken, sehen wir, was noch vor ein paar hundert Jahren geschehen ist:
Frauen, die ihrer inneren Stimme folgten,
die sagten, was sie dachten,
die ihrer Magie vertrauten.
Hexenverbrennungen, Folter, Ausgrenzung.
Diese Erfahrungen sind in uns allen gespeichert –bis in die Knochen, bis in die Zellen.
Und genau diese alten Ängste dürfen sich jetzt lösen.
Endlich.
Indem wir uns konsequent für die Freude entscheiden.
Indem wir ins Licht gehen.
Indem wir uns mit Liebe auffüllen und unsere Herzen wieder öffnen.
Ich schreibe das nicht, um meinen Vater in ein schlechtes Licht zu stellen.
Im Gegenteil – heute fühle ich viel Mitgefühl für ihn.
Ich frage mich, wie viel Scham und Schuld ihm selbst in Bezug auf Sexualität auferlegt wurden.
Welches Frauenbild er wohl übernommen hat.
Ich weiß, dass ihm vieles leid tut.
Und ich kann fühlen, wie sehr er mich liebt und wie stolz er auf mich ist,
während er liebevoll vom Himmel auf mich blickt.
Ich bin auch überzeugt, dass sich Verstorbene weiterentwickeln –in einer anderen Dimension, auf einer anderen Ebene des Seins.
Manchmal höre ich seine Stimme ganz deutlicAh in meinem Inneren.
Wie er mir sagt, dass auch er viel erkannt hat.
Dass er heute vieles anders machen würde.
Und ich nehme seine Worte dankend an.
Spüre ganz viel Heilung darin.
Mein inneres Gefängnis an Scham bröckelt endlich.
Auf jeden Fall hat sich heute mein inneres Mädchen ein weiteres Stück ihrer wahren Kraft zurückgeholt.
Die Arbeit mit meinem sakralen Zentrum hat sich gelohnt.
Ich habe meine Stimme erhoben –gegenüber meinem Vater
und gegenüber der toxischen Männlichkeit, die in meinem Ahnenfeld gewirkt hat.
Und ich tanze.
Ich tanze und tanze und tanze mich frei.
Mit jedem Schritt bröckelt mein inneres Gefängnis.
Dieses Gefühl in mir ist unbezahlbar.
Als würde mein Herz wie tausend Sonnen strahlen.
Als würde es jetzt noch stärker für das Leben schlagen, sich ausdehnen, weiter werden.
Diese unglaubliche, strömende, goldene glitzernde Lebensenergie in mir,
darf endlich fließen,
bekommt endlich ihren Ausdruck.
Und genau das feiere ich heute: meine Erlaubnis.
Ich gebe mir selbst die Erlaubnis.
Ich feiere die Heilung meines inneren Mädchens.
Die Freisetzung meiner Sinnlichkeit.
Meine Freude am Tanzen.
Meine Kreativität und Lebenskraft.
Ich habe sogar schon eine Freundin gefragt, ob sie die Choreografie mit mir einstudieren möchte – und sie hat Ja gesagt.
Und gleichzeitig war da heute diese ganz klare innere Stimme:
Auch wenn es niemand mit mir macht – ich mache es.
Ich warte nicht mehr.
Auf die Zustimmung, die Erlaubnis von anderen.
Ich mache es, weil es mir guttut.
Weil ich spüren kann, dass das meine Warheit ist.
Weil es so unglaublich schön ist, den Tag kreativ zu beginnen.
Und ich weiß: Die richtigen Frauen werden mit mir tanzen.
Und etwas ganz Wichtiges zum Schluss:
Als junges Mädchen wollte ich immer Schauspielerin werden.
Ich wollte singen.
Ich wollte tanzen.
Auf Bühnen leuchten und strahlen.
Ich bestärke mich selbst.
Ich bin jedoch in einer sehr strengen, unkreativen Familie aufgewachsen.
Ich habe für meine Talente nie Bestätigung bekommen.
Nie Bestärkung.
Kein Interesse.
Doch jetzt- in den letzten Tagen – hat sich mein inneres Mädchen all das wieder zurückgeholt.
Ich selbst gebe mir die Erlaubnis.
Ich bestärke mich selbst.
Durch die Kraft meiner Stimme und Worte.
Indem ich mich auf eine Art in Heilung und Kraft spreche und singe.
Und dafür bin ich unendlich dankbar.


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