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Was mich eine Seifenblase lehrte

Aktualisiert: 16. Feb.


Wow, gerade habe ich einen so spontanen, kreativen Moment erlebt, den ich unbedingt mit dir teilen möchte. Gerade eben schrubbte ich voller Hingabe einen Topf ... und plötzlich formte sich am Rande des Topfes eine Seifenwand, deren Oberfläche in wunderbaren Farben leuchtete. Wow, mein inneres Kind war fasziniert! Plötzlich wurde aus einem simplen Topf ein Kunstwerk. Eine leuchtende Seifenschicht, in der ich mich sogar spiegeln konnte. Hatte ich soeben einen eigenen Spiegel erschaffen, um mich selbst zu erkennen? Erfüllt vom Zauber des Augenblicks, ging ich hinaus auf den Balkon, um mein Kunstwerk im Licht der Sonne noch besser zu betrachten. Während ich es bewunderte, kam ein sanfter Wind auf und wandelte die Schicht in eine neue Kreation, denn in diesem Moment löste sich die Seifenschicht auf, und es entstand eine Seifenblase, die wie eine Elfe mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen davon schwebte. Ich war Zeugin eines solch wunderschönen Augenblicks geworden. Und ich fragte mich, was mir dieser Moment wohl lehren wollte...





Staunend kehrte ich zurück in die Küche, und der Topf verwandelte sich wieder in einen gewöhnlichen Topf, ganz ähnlich wie Aschenputtel, dessen zauberhaftes Kleid sich um Mitternacht wieder in einen abgetragenen Arbeitskittel verwandelte. Zwar war ich auf keinem Ball gewesen, auch hatte ich nicht mit mit einem schönen Prinzen getanzt, dennoch wie im Märchen war dieser magischer Augenblick nun wieder verflogen. Und ich stand ungeschminkt, meine Haare irgendwie zusammengebunden, eine Leggins und ein T-Shirt tragend, welches schon bessere Tage gesehen hatte, wieder in der Küche vor einem Haufen an dreckigen Geschirr. Schien es vielleicht doch eine Parallele zwischen meinem Erlebnis und dem Märchen Aschenputtel zu geben? In dem Moment erfüllte eine Traurigkeit mein Herz. Ich empfand Traurigkeit, weil ich diesen Augenblick mit niemanden teilen konnte. Mir wurde in dieser Traurigkeit der Schmerz meiner Einsamkeit bewusst.


Ich erkannte, dass Aschenputtel und ich eigentlich viel gemeinsam haben. Wie Aschenputtel fühlte ich mich oft in meiner Art mich auszudrücken, nicht geschätzt und unterdrückt. Ich erinnere mich z.B. daran, wie ich mich als kleines Mädchen in einem Moment voller Kreativität befand. Total versunken in einem theatralen Spiel, schlüpfte ich in verschiedene Rollen und hielt angeregt Dialoge mit meinen imaginären Spielpartner. Doch eines Tages, als ich wieder vollkommen in meinen Inszenierungen versunken war, durchdrang plötzlich ein Lachen meine Welt, welches mich mich bis ins Mark erschauern ließ. Es war das Lachen meiner Mutter, die leise die Tür geöffnet hatte, um mich heimlich zu beobachten, und sich nun über mich lustig machte. In diesem Augenblick wurde der Zauber meines Spiels jäh unterbrochen. Dieses Erlebnis hinterließ tiefe Scham in mir und unterdrückte meine Fähigkeit, meine Fantasie frei auszuleben. Ich lernte schnell, dass meine Freude am Spielen und Imaginieren nicht erwünscht war. Dies führte dazu, dass ich mich isolierte, mich in meine Welt zurückzog und ähnlich wie Aschenputtel, mich lange einsam und unerwünscht fühlte.


Doch dieses Mal war etwas anders. Ich konnte auf einmal den tiefen Schmerz meiner Ahnen, meiner Mutter, in mir fühlen – jenen kollektiven Schmerz, den wir alle in gewisser Weise in uns tragen, uns nicht so frei und offen ausdrücken zu können, wie wir wirklich sind. Meine Mutter selbst hatte z.B. eine schwierige Kindheit, in der sie sich nicht ausdrücken konnte. Ihre Reaktion auf mein Spiel war damals viel mehr eine unbewusste Abwertung ihrer eigenen Spielfreude und Kreativität. Und in diesem Augenblick tiefen Mitgefühls fragte ich mich: Steckt nicht ein Stück von Aschenputtel in jedem von uns? Die Sehnsucht nach Wertschätzung und das Gefühl der Unterdrückung, das wir alle kennen?





In diesem Bewusstsein fühlte ich auf eimal eine heilende Energie durch meinen Körper fließen, als ob ein Segen mich berührte und mir einen neuen Weg zeigen wollte. Indem ich mich diesem Bewusstsein und dem Gefühl der Einsamkeit hingab, konnte ich mich tiefer mit meinem Wunsch verbinden, meine Erfahrungen mit anderen teilen zu wollen. Es war, als würde sich ein neuer Raum in mir öffnen. Wie ein Küken aus einem Ei schlüpft, entschlüpfte mein neues Selbst und mit ihm dem Wunsch nach Verbindung und Austausch.

Gleichzeitig wurde mir erneut klar, welche transformative Kraft Kreativität besitzt und wie entscheidend die eigene Hingabe dabei ist. Denn ich erkannte, dass ich in dem Moment, als dieser magische Augenblick eintrat, völlig in meiner Hingabe versunken war. Ich war ganz im Hier und Jetzt, ohne an etwas anderes zu denken, und konzentrierte mich vollständig darauf, diesen Topf wieder strahlend zu machen. Und siehe da – es war, als ob die Musen in diesem Moment zu mir kamen, um mir zu sagen: "Das ist der Weg, das ist die Richtung. Tauche vollständig in die Hingabe zu deiner eigenen Kreativität ein."


Und so wie die Seifenblase, die während des Abwasch entstand, frech davon schwebte, so schicke ich nun meine Geschichte voller Liebe zu dir, um dich zu inspirieren und zu erinnern, wie wichtig und wertvoll deine Kreativität ist und dass du dich immer wieder sanft in Hingabe übst, als wesentlicher Bestandteil deines kreativen Schaffensprozesses.


Hast du auch schon Mal so einen spontanen, kreativen, magischen Moment erlebt? Wenn ja, wie war das für dich? Ich würde mich sehr freuen, wen du deine Geschichte mit mir teilst.



Hier ein paar Reflexionsfragen für dich:


  • Was ist deine Definition von Hingabe?

  • Welche Tätigkeiten führen dich in ein Zustand voller Hingabe? Finde 3-5 Tätigkeiten. Beobachte dich im Alltag. Bei welchen Tätigkeiten fällt es dir besonders leicht, offen und empfänglich zu sein?

  • Wo fällt es dir leicht, in Hingabe zu sein?

  • Wo fällt es dir schwer, in Hingabe zu sein?


Übung: Kreiere ein Ritual der Hingabe


Welches Ritual könntest du für dich erschaffen, um in die volle Hingabe zu kommen? Vielleicht kombinierst du eine Dankbarkeitsmeditation mit freien Tanz, führst einen intuitiven Dialog mit deinem zukünftigen Selbst, deinen Guides oder der bedingungslosen Liebe und nimmst anschließend eine Stelle aus dem Text und kreierst daraus einen Text, eine Geschichte, einen Song, malst ein Bild. Oder du machst eine Free-Writing-Übung mit anschließendem Vocal Toning.


Wähle zwei bis drei Tätigkeiten aus der obigen Liste, die dich besonders gut in einen Zustand der Hingabe versetzen, und verbinde sie miteinander. Genieße den Prozess. Und natürlich kannst du dieses Ritual immer wieder neu gestalten. Mach es solange, wie es dir Spaß macht und sich gut anfühlt. Ich empfehle dir auch bevor du das Ritual machst, ein Thema zu wählen, das du klären möchtest, oder eine Frage, auf die du eine Antwort suchst. Du wirst überrascht sein, wie schnell sich alles für dich löst, wenn du dich vollständig dir selbst und deiner höchsten Wahrheit hingibst.















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